Termine Liebfrauen

Friedensgebet
20.10.2017 - 19:30 Uhr, Beginn in der Pfarrkirche Liebfrauen
Reparatur-Café des ökumenischen Umweltkreises
21.10.2017 - von 10-13 Uhr, ev. Gemeindezentrum, Bonner Straße, Hennef.
Vorabendmesse mit dem Vokalensemble "VIVAT"
21.10.2017 - 19 Uhr, Pfarrkirche Liebfrauen
Jugendlager in Rom
22.10.2017 - bis 28.10.2017 für Jugendliche ab 15 Jahren
Zirkus JAKHOLINO 2017
23.10.2017 - für Kinder 8 und 13 Jahren
Ortsausschuss Liebfrauen
07.11.2017 - 20 Uhr, Pfarrheim
Missionskreis
08.11.2017 - Treffen im Pfarrheim um 20:00 Uhr
Martinszug
09.11.2017 - 16:30 Uhr Treffen in der Kirche
Migräneselbsthilfegruppe
09.11.2017 - 20 Uhr, Pfarrheim Liebfrauen
Unterstützung der "Hennefer Tafel"
10.11.2017 - Sammelkörbe stehen bis zum 15. November in unserer Kirche

"Katholisch - überall zu Hause"

 

Was für ein toller, was für ein tröstlicher Gedanke !

Doch wie und warum empfinde ich Katholisch als „Gemeinschaft“, als meine „Heimat“, wie und wo fühle ich mich „zu Hause“?
Dazu einige Gedanken und Empfindungen, die mir bei diesem Motto in den Sinn gekommen sind.

(1) Katholisch - das ist mehr als Liebfrauen, ist mehr als Köln, viel mehr als Deutschland!

Katholisch ist überall auf der Welt mit dem Zentrum in Rom am Grab des heiligen Petrus, dem Christus Jesus selbst den Gründungsauftrag erteilte: „Du bist Petrus, der Fels, und auf diesem Felsen werde ich meine Kirche erbauen“.

(2) Katholisch - das ist erlebbare weltweite Gemeinschaft - über alle Länder- und Sprachgrenzen hinweg.

Vor einigen Jahren nahm ich an einer Wallfahrt nach Lourdes in Südfrankreich teil. Menschen aus 36 verschiedenen Nationen feierten gemeinsam Eucharistie; doch obwohl wir uns sprachlich nicht verständigen konnten, so konnte doch jeder der Liturgie folgen, weil sie uns allen von zu Hause vertraut war und wir beteten die wichtigsten Gebete sogar gemeinsam, nicht in Französisch, nicht in Englisch oder Spanisch – aber in Latein.

(3) Katholisch - das sind uns vertraute heilige Räume - weltweit.

Ist es Ihnen nicht auch schon so ergangen ? Sie gehen irgendwo im Urlaub in eine katholische Kirche und Sie überkommt ein Gefühl des Vertraut-Seins, des Sich-Geborgen-Fühlens. Die Struktur dieser Kirche, die Anordnung ihrer Elemente, ihre Symbole und Bilder kommen Ihnen vertraut vor, vermitteln so eine Stimmung, dass Sie sich irgendwie aufgehoben fühlen. Sie haben das Gefühl, dass sie nicht den Versammlungsraum einer Ihnen unbekannten Gemeinde betreten haben, sondern das „Haus Gottes“, in dem ER in geheimnisvoller Weise gegenwärtig ist und auf unser Eintreten gewartet hat – egal ob wir einheimisch oder fremd sind. Dieses Empfinden stellt sich in einer kleinen Kirche meist leichter ein als in den berühmten Kathedralen, in denen die Touristenmassen – scheinbar unberührt – hindurch strömen.

(4) Katholisch - in Solidarität leben - weltweit

Wir verstehen uns nicht nur als eine weltweite Gemeinschaft im Glauben, sondern fühlen uns auch in praktischer Solidarität verbunden mit den verfolgten Schwestern und Brüdern, mit den Opfern von Armut, Krieg und Katastrophen auf der ganzen Welt, ganz konkret durch unseren Missionskreis, durch unsere Sternsingeraktion, durch die Spendenaktionen Adveniat und jetzt vor Ostern durch Misereor, mit der wir die Hilfsbedürftigen auf den Philippinen unterstützen wollen.

(5) Katholisch - als Heimat für meine Seele,

als Ort meiner Sehnsucht nach dem Höheren, nach Wahrheit, nach dem Ewigen, letztlich für meine Sehnsucht nach den Göttlichen. Wohin sonst soll ich gehen, wenn mein Herz überquillt vor Freude, doch auch wenn der Schmerz mich erdrückt und ich Trost und Hoffnung so dringend brauche?

(6) Katholisch - Gemeinschaft mit Jesus Christus

Der eigentliche Kern von katholischer Gemeinschaft ist jedoch nicht die Begegnung unter uns selbst, sondern es ist die Gemeinschaft, die wir mit Jesus Christus selbst erfahren dürfen in der Eucharistie. Wir glauben an die Realpräsens des Sohnes Gottes in den Gestalten von Brot und Wein - hier und heute. Welch ein Geheimnis - für unseren menschlichen Verstand manchmal ein bisschen zu groß, doch Gott ist größer als unser Verstand.

(7) Katholisch - gerettet in dem Volk Gottes

Papst Franziskus sprach am 29.01.2015 in Santa Marta von der Gefahr der „Privatisierung des Heils“.
Er sagte: „Der Herr schenke uns die Gnade, uns immer als Volk Gottes zu fühlen, in dem jeder persönlich gerettet ist. Das ist wahr: er rettet uns mit Namen, doch in einem Volk,- nicht in einem Grüppchen, das ich für mich schaffe“

(8) Katholisch - Rhythmus meiner Zeit und Kompass meines Lebens

Wie fade wäre doch der Lauf der Zeit, gäbe es kein Kirchenjahr, keine christlichen Feste mehr, sondern nur noch den Wechsel von Arbeitstagen und arbeitsfreien Tagen. Katholisch jedoch bietet uns einen tieferen Sinn im Laufe des Jahres, ein Wechsel von Erwartung und Erfüllung, von Freude und Besinnung. Auch der Lauf meines Lebens ist eingebettet in den Kompass unseres Glaubens, mit dem Ziel, einmal in die ewige Heimat bei Gott einzugehen.

(9) Katholisch - Gemeinschaft über den Tod hinaus

Die Kirche ist ein wichtiger Ort meiner Erinnerungen an die verstorbenen Eltern und Großeltern, an Verwandte und Freunde. Denn es ist nicht nur ein persönliches Erinnern, sondern es ist ein aktives Gedenken der gesamten Gemeinde, ein gemeinsames Beten auch für längst Verstorbene, die viele von uns gar nicht persönlich gekannt haben. Welch tröstliche Erinnerungskultur an unsere Verstorbenen, die ganz bewusst eine Alternative bildet gegenüber einer namenlosen Entsorgungskultur, die in unserer Gesellschaft mehr und mehr um sich greift.

(10) Katholisch - zu Hause in Liebfrauen

Auch eine weltweite Gemeinschaft wie die Katholische Kirche muss für jeden von uns im Alltag erlebbar und spürbar werden – und zwar hier bei uns in Liebfrauen. Ob diejenigen, die schon immer hier waren, diejenigen, die schon länger hier wohnen und diejenigen, die erst vor kurzem hierher gezogen sind, sich in Liebfrauen auch wirklich „zu Hause“ fühlen, hängt von uns allen ab.

 

Lasst uns gemeinsam an diesem Zuhause bauen!

 

Meine tiefe Sehnsucht / nach Geborgenheit bringe ich vor dich / Wandle sie in Heimat / Herr, erbarme dich.  (Gotteslob, Nr. 437)

 

Bernhard Frank
Ortsausschuss Liebfrauen